Die Brennnessel – Heilpflanze des Jahres 2022

Als Futterpflanze für die Raupen zahlreicher Schmetterlingsarten, darunter der Kleine Fuchs, das Tagpfauenauge und der Admiral, weiß sich das mit Brenn- und Borstenhaaren versehene Gewächs gegen Fressfeinde zu wehren. Bei Hautkontakt kann es auch beim Menschen Schmerzen und Quaddeln hervorrufen und wird daher von diesem zumeist im großen Bogen umgangen. Als wahres Wunderwerk der Natur zeichnet sich die Brennnessel jedoch nicht nur durch einen immensen Gehalt an toxischen, sondern auch an nährenden und therapeutisch nutzbaren Inhaltsstoffen aus. Daher wurde das »zwar unbeliebte, doch gleichermaßen zutiefst einheimische« Kraut, genauer: die Große Brennnessel (Urtica dioica) aus der Gattung der Brennnesseln in der Familie der Brennnesselgewächse mit zahlreichen Arten, vom Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus e.V. (NHV Theophrastus), zur Heilpflanze des Jahres 2022 gekürt.


Bereits der Arzt und Naturphilosoph Paracelsus (1493-1494) habe vor 500 Jahren die Heilkraft der Brennnessel bei Gelenkschmerzen beschrieben. Brennnesselkrautextrakte und hier speziell die in ihnen enthaltenen Polyphenole unter anderem das Enzym Cyclooxygenase hemmen und somit einen entscheidenden Einfluss auf die Entzündungskaskade im menschlichen Körper nehmen können. Auch die Freisetzung entzündungsfördernder Zytokine werde unterdrückt. Da Brennnesselkraut auch harntreibend wirke, habe es sich zudem zur Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege bewährt.

Die Brennnessel ist nicht nur medizinisch und (alternativ)therapeutisch von Bedeutung. Außergewöhnlich reich an Mineralien, Vitaminen, Spurenelementen und Eiweißen ist sie zudem eine »wahre Nähr- und Vitalstoffbombe« und daher als Bestandteil sowohl in Tees und Brennnesselspinat als auch in Polenta, Pürees, Pestos, Suppen, Salat, Saucen oder Brennnesselkäse empfehlenswert. Auch ich habe - mit schlechten Gewissen - ein paar wuchernde Brennnesseln in der Nähe unseres Komposthaufens entfernt, damit ich mich nicht jedesmal brenne, wenn ich zum Kompost muss. Den größten Teil habe ich stehen lassen und wurden von vielen Schmetterlingen besucht.



16 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen