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WAS GIBT´S NEUES?


In vielen oberfränkischen Gärten gehört der Holunder einfach dazu. Oft steht er schon seit Generationen am Gartenzaun oder hinter der Scheune und wird fast wie ein altes Familienmitglied behandelt. Auch bei uns durfte ein Holunder nie fehlen. Schon meine Oma hat jedes Jahr ihr berühmtes Hollerwasser gemacht. Kaum lag der süße Duft der Blüten in der Luft, wusste jeder: Der Sommer ist nicht mehr weit!


Woher kommt der Holunder?

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist ein echtes Kind Europas und wächst hier schon seit vielen Jahrhunderten. Früher glaubten die Menschen sogar, dass gute Hausgeister im Holunder wohnen. Deshalb pflanzte man ihn gerne in die Nähe des Hauses. Ob die Geister tatsächlich dort eingezogen sind, weiß niemand. Sicher ist aber: Der Holunder war schon damals ein geschätzter Mitbewohner – und deutlich pflegeleichter als mancher Nachbar.


Der perfekte Standort

Zum Glück hat der Holunder keine besonderen Starallüren. Er fühlt sich an einem sonnigen bis halbschattigen Platz am wohlsten und liebt nährstoffreiche, leicht feuchte Böden. Wenn es ihm gefällt, wächst er mit beeindruckendem Eifer in die Höhe. Man könnte fast meinen, er hätte heimlich einen Turbogang eingebaut. Wer ihn nicht gelegentlich schneidet, hat bald eher einen kleinen Wald als einen Strauch.


Die Blüten – Der Duft des Sommers

Im Mai und Juni trägt der Holunder seine großen, cremeweißen Blütendolden. Ihr süßer Duft lockt Bienen, Hummeln und viele andere Insekten an – eine Gartenparty, zu der jeder eingeladen ist.

Auch wir Menschen kommen nicht zu kurz. Aus den Blüten entstehen herrliche Leckereien wie:

  • Hollerwasser oder Holunderblütensirup

  • spritzige Limonade

  • Tee

  • ausgebackene Hollerküchle

  • Sekt oder Bowle


Ein kleiner Tipp: Nicht alle Blüten pflücken. Die Bienen wären darüber ungefähr so begeistert wie wir über einen leeren Kuchenteller.


Die Früchte – Klein, dunkel und voller Überraschungen

Ab August hängen die schwarzen Holunderbeeren in dichten Trauben am Strauch. Roh sind sie allerdings keine gute Idee – unser Magen bedankt sich dafür eher mit Protest als mit Applaus. Erst gekocht oder erhitzt entfalten sie ihr volles Talent.

Dann werden daraus:

  • Holundersaft

  • Marmelade

  • Gelee

  • Sirup

  • Kompott

  • oder ein feiner Likör für gemütliche Abende.

Ganz nebenbei stecken die Beeren voller Vitamine und Antioxidantien und sind seit Generationen ein bewährtes Hausmittel in der Erkältungszeit. Nicht umsonst heißt es bei uns in Franken manchmal: „Der Holler hilft immer a bisserla.“


Fazit

Der Holunder ist viel mehr als nur ein Strauch. Er ist ein Stück oberfränkische Gartentradition, weckt Erinnerungen an Omas Hollerwasser und an sonnige Nachmittage im Garten. Er sieht gut aus, versorgt Bienen mit Nahrung und schenkt uns köstliche Blüten und Beeren. Kurz gesagt: Der Holunder arbeitet fleißig, beschwert sich nie und verlangt nur einen guten Platz und hin und wieder einen kleinen Haarschnitt. Wenn alle Gartenbewohner so unkompliziert wären, hätten wir Gärtner deutlich mehr Zeit für Kaffee, Kuchen – und ein Glas Hollerwasser.



Omas Hollerwasser (Holunderblütensirup)

Zutaten:

  • 20–25 frische Holunderblütendolden

  • 2 Liter Wasser

  • 2 unbehandelte Zitronen, in Scheiben geschnitten

  • 2 kg Zucker

  • 50 g Zitronensäure


Zubereitung:

Die Holunderblüten nur vorsichtig ausschütteln, damit die kleinen Blütenpollen erhalten bleiben – sie sorgen für das feine Aroma. Die Dolden zusammen mit den Zitronenscheiben in eine große Schüssel legen und mit dem Wasser übergießen. Alles 24 bis 48 Stunden ziehen lassen.

Anschließend die Flüssigkeit durch ein feines Sieb oder Tuch abseihen. Zucker und Zitronensäure einrühren und unter ständigem Rühren erhitzen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Den Sirup nicht stark kochen lassen. Danach heiß in saubere Flaschen füllen und gut verschließen.

Unser Tipp: Mit kaltem Mineralwasser aufgegossen ist Hollerwasser an heißen Sommertagen kaum zu übertreffen. Ein paar Eiswürfel und ein Minzblatt dazu – fertig ist der Sommer im Glas!



Holundergelee

Zutaten:

  • 1 Liter Holundersaft

  • 500 ml Apfelsaft

  • 1 kg Gelierzucker 2:1

  • 2 EL Zitronensaft


Zubereitung:

Holunder- und Apfelsaft mit dem Zitronensaft in einen großen Topf geben. Den Gelierzucker einrühren und alles unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Etwa 4 Minuten sprudelnd kochen lassen und anschließend die Gelierprobe machen.

Das fertige Gelee sofort in heiß ausgespülte Gläser füllen, verschließen und für etwa fünf Minuten auf den Deckel stellen. Danach wieder umdrehen und auskühlen lassen.

Schmeckt besonders gut auf frischem Bauernbrot, auf einem Laabla mit dick Butter, einem warmen Croissant oder als fruchtige Beilage zu Wildgerichten oder zum Sauerbraten.



Und noch ein kleiner oberfränkischer Gartentipp:

Früher hieß es oft: „Vor dem Holunder soll man den Hut ziehen.“ Nicht nur aus Respekt vor den guten Hausgeistern, sondern auch, weil der „Holler“ den Menschen über Generationen hinweg Blüten, Früchte und so manches Hausmittel geschenkt hat. Vielleicht schmeckt Omas Hollerwasser deshalb bis heute ein kleines bisschen nach Kindheit.


Habt ihr auch einen Holler in Eurem Garten? Wie nutzt ihr seine Kräft?

Schreibt mir unter reisert@lithografika.de!


Eure Marion

 
 


Dieser Bereich vor den zwei alten Holzkompostern war lange Zeit das Sorgenkind unseres Gartens. Während andere Beete sich in der Sonne räkelten, herrschte hier eher das Klima einer kleinen Waldschlucht: kühl, feucht und bei Schnecken so beliebt wie ein All-inclusive-Buffet. Kaum setzte man eine neue Pflanze ein, rückte nachts die gefräßige Schleimtruppe an und veranstaltete ein Festmahl mit anschließendem Blattmassaker. Habe dazu schon mal einen Bericht gemacht >> Schneckenalarm


Doch irgendwann schafften wir mit Geduld die Verwandlung dieses dunklen Eckchens. Es zog eine Gesellschaft echter Schattenkünstler ein. Astilben mit ihren federleichten Blütenwedeln brachten plötzlich Eleganz in die Dämmerung. Ihre Blüten wirken fast wie Zuckerwattewolken, die über dem Beet schweben. Dazu kamen Sterndolden, die aussehen, als hätten Elfen kleine Sternexplosionen zwischen die Blätter gestreut. Ihre filigranen Blüten leuchten selbst an trüben Tagen und geben dem Garten etwas Geheimnisvolles. Die Funkien breiten ihre großen Blätter aus wie grüne Sessel für Waldfeen, während Farne mit ihren eingerollten Trieben wirken, als würden sie sich jeden Morgen neu aus einem Märchenbuch entfalten. Zwischen all dem dunklen Grün leuchten helle Blattzeichnungen und zarte Blüten besonders intensiv. Gerade im Schatten entsteht eine Ruhe, die sonnige Beete oft gar nicht haben. Hier drängt sich nichts auf. Alles wirkt ein wenig geheimnisvoll, fast wie ein verwunschener Gartenpfad, auf dem gleich ein Igel mit Laterne oder eine hauchzarte Gartenfee auftauchen könnten... wobei unsere Igel bisher noch nie mit Laternen auftauchten - und die Gartenfee im Beet ist aus Cortenstahl.


Und dann ist da noch der Fingerhut (das Gift der Ehefrauen... nicht, dass man es bräuchte...) – der große Auftritt in diesem Schattengarten. Mit seinen hohen Blütenständen ragt er zwischen Funkien, Farnen und Sterndolden hervor, als hätte er beschlossen, hier die Hauptrolle zu übernehmen. Seine rosafarbenen Blüten sehen wunderschön aus und ziehen Hummeln magisch an, die sich etwas tollpatschig von Glocke zu Glocke arbeiten. Gerade weil der Fingerhut so hoch wächst, bringt er Leben und Struktur in unser Schattenbeet. Zwischen all dem satten Grün wirkt er fast ein bisschen wie der exzentrische Nachbar, der immer overdressed zum Gartenfest erscheint – aber genau deshalb möchten wir ihn nicht missen. Für Haushalte mit kleinen Kindern ist der Fingerhut aber auf keinen Fall zu empfehlen, weil er wirklich sehr giftig ist.


Über allem schwebt außerdem unser uralter Bauernjasmin, der seine weißen Blüten wie kleine Wolken über den Garten hängt. Wenn er im Frühsommer blüht, wirkt es fast so, als hätte jemand Sternenstaub in die Zweige gestreut. Sein Duft zieht sanft durch den Garten und macht aus dem schattigen Eck plötzlich einen Ort, an dem man am liebsten stehen bleiben möchte. Gerade über den dunkleren Blättern der Schattenpflanzen leuchten seine Blüten besonders schön und bringen Helligkeit in die verwunschene Gartenszene.


Auch praktisch hat dieses Beet inzwischen seine ganz eigenen Stärken. Schattenpflanzen kommen mit wenig Sonne aus, behalten lange frisches Laub und wirken oft monatelang attraktiv. Viele von ihnen mögen den humusreichen Boden in der Nähe der Kompostbehälter und entwickeln dort besonders kräftige Blätter. Zudem bleibt der Boden im Schatten länger feucht, sodass weniger gegossen werden muss. Und obwohl die Schnecken immer noch gelegentlich auf Streifzug gehen, haben die robusten Pflanzen gelernt, damit erstaunlich gelassen umzugehen. Zumindest gelassener als ich, wenn ich mal wieder entdecke, daß meine Funkien durchlöchert sind.


Heute wirkt dieses einst problematische Eck nicht mehr wie die ungeliebte Gartenecke, sondern wie ein kleiner geheimer Waldgarten.


Wie sieht es bei Euch aus? Habt ihr auch eine Lösung für einen problematischen Bereich Eures Gartens gefunden, den ihr hier mitteilen wollt?

Schreibt mir doch Eure Erfahrungen ( reisert@lithografika.de).


Eure Marion


 
 

Aktualisiert: 2. Juni



Der Gartenbauverein Schwarzach-Schmeilsdorf e.V. lädt am Montag, den 22. Juni 2026, um 17:30 Uhr zur „Kleinen Gartenschau“ in Schmeilsdorf ein. Treffpunkt ist der Brunnen „Am Gänsgries“. Auch Nicht-Mitglieder sind herzlich willkommen.


Bei der Gartenschau werden drei verschiedene Gärten besichtigt.


Zuerst besuchen die Teilnehmer den Garten der Familie Schoenen in der Sonnenleite 6. Dort gibt es eine terrassenförmig angelegte und bepflanzte Hanglösung, eine große Vielfalt an Stauden und Sträuchern sowie Hochbeete und Möglichkeiten zur Kompostierung.


Anschließend geht es zum Garten der Familie Spiewok in der Sonnenleite 8. Dieser Garten zeichnet sich durch eine Gemüse-Mischkultur, einen neu gestalteten Vorgarten, eine umgebaute Fichte mit Holzspielhaus und Streuobst aus.


Zum Abschluss wird der Garten der Familie Schwander in der Straße Am Schloth 1 besichtigt. Dort können die Besucher einen Gartenteich, einen gemauerten idyllischen Sitzbereich sowie Staudenbeete und Gemüseanbau entdecken.


Die Veranstaltung bietet eine schöne Gelegenheit, verschiedene Gartengestaltungen kennenzulernen, Ideen auszutauschen und gemeinsam einen interessanten Nachmittag zu verbringen.


Alle Gartenfreunde sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.


Herzlichst Eure

Anja van Avondt

Vositzende des Gartenbauverein Schwarzach-Schmeilsdorf e.V.


 
 
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